Google-Ads-Conversions und Enhanced Conversions serverseitig
Dein Server-Container empfängt bereits das GA4-Event purchase mit Wert, Währung und Transaktions-ID. Google Ads kann genau dieses Event nutzen, du brauchst also keinen zweiten Datenstrom aus dem Browser. In dieser Lektion fügst du dem Server-Container den Conversion Linker und das Tag Google Ads Conversion Tracking hinzu und sendest dann gehashte Kundendaten mit dem Event, damit Enhanced Conversions mehr deiner Verkäufe den Anzeigenklicks zuordnen kann.
Profi 12 Min. Lesezeit
Das lernst du
- Die Google-Ads-Klick-ID mit dem Conversion Linker in beiden Containern in First-Party-Cookies halten.
- Das Tag Google Ads Conversion Tracking im Server-Container beim GA4-Event
purchaseauslösen. - E-Mail, Telefonnummer und Adresse als User-Provided Data senden, damit Enhanced Conversions sie nutzen kann.
- Die Conversion in der Server-Preview und in der Diagnose von Google Ads prüfen.
01 Wie die Teile zusammenspielen
Klickt jemand auf eine Anzeige, enthält die URL der Landingpage eine gclid. Der Conversion Linker speichert sie in einem First-Party-Cookie (_gcl_aw). Kauft der Besucher, erreicht der GA4-Hit purchase deinen Server-Container, und das Tag Google Ads Conversion Tracking dort sendet die Conversion an Google Ads, mit den Klickdaten, dem Bestellwert und, mit Enhanced Conversions, gehashten Kundendaten.
- Web-Container: ein Tag vom Typ Conversion Linker und die GA4-Tags, die du schon hast.
- Server-Container: ein Tag vom Typ Conversion Linker, ein Tag vom Typ Google Ads Conversion Tracking und, falls du Remarketing betreibst, ein Tag vom Typ Google Ads Remarketing.
- Google Ads: eine Conversion-Aktion mit aktivierten Enhanced Conversions.
02 Conversion Linker in beiden Containern anlegen
Im Web-Container liest der Conversion Linker die Klick-ID aus der URL der Landingpage und speichert sie. Im Server-Container lässt er den Tagging-Server die Google-Ads-Cookies auf sgtm.example.com verwalten, sodass sie als First-Party-Cookies von deiner eigenen Domain gesetzt werden.
- 1 Lege im Web-Container ein Tag vom Typ Conversion Linker an, löse es bei All Pages aus und speichere.
- 2 Öffne im Server-Container Tags, klicke auf New und wähle Conversion Linker.
- 3 Löse es bei jedem GA4-Hit aus: mit einem Trigger vom Typ Custom, der bei Some Events mit Client Name equals
GA4feuert. Der Trigger aus Lektion 4 passt unverändert. - 4 Speichere das Tag.
03 Tag Google Ads Conversion Tracking anlegen
Hol dir zuerst die beiden IDs deiner Conversion-Aktion. Öffne in Google Ads Goals, dann Conversions, öffne die Conversion-Aktion für Käufe und sieh dir die Tag-Einrichtung für Google Tag Manager an. Dort stehen eine Conversion ID (die Zahl in AW-XXXXXXXXX) und ein Conversion Label.
- 1 Lege im Server-Container ein Tag vom Typ Google Ads Conversion Tracking an.
- 2 Gib Conversion ID und Conversion Label aus Google Ads ein.
- 3 Prüfe die Felder für Wert, Währung und Transaktions-ID. Standardmäßig liest das Tag sie aus den Event-Daten (
value,currency,transaction_id), die der GA4-Kauf-Hit mitbringt. Fülle sie nur aus, wenn du andere Werte brauchst. - 4 Lege einen Trigger vom Typ Custom an, der bei Some Events mit zwei Bedingungen feuert: Client Name equals
GA4und Event Name equalspurchase. - 5 Benenne das Tag, zum Beispiel
Google Ads - purchase, und speichere.
Google Ads nutzt die transaction_id, um doppelte Conversions für dieselbe Bestellung zu verwerfen. Sende also wie in der vorherigen Lektion die echte Bestellnummer.
04 User-Provided Data für Enhanced Conversions senden
Enhanced Conversions ergänzt die Conversion um Kundendaten aus der Bestellung (E-Mail, Telefonnummer, Name und Adresse). Google gleicht sie mit angemeldeten Google-Konten ab und holt so Conversions zurück, die Cookies allein verpassen. Google-Tags normalisieren die Werte und hashen sie mit SHA-256, bevor sie an Google gehen.
Schreib die Daten mit dem Kauf in den dataLayer, in einem user_data-Objekt neben ecommerce:
window.dataLayer = window.dataLayer || [];
window.dataLayer.push({ ecommerce: null });
window.dataLayer.push({
event: 'purchase',
user_data: {
email: '[email protected]',
phone_number: '+48123456789',
address: { first_name: 'Jan', last_name: 'Kowalski', postal_code: '00-001', country: 'PL' }
},
ecommerce: {
transaction_id: 'T-10293',
value: 129.90,
currency: 'EUR',
items: [{ item_id: 'SKU-1', item_name: 'Shoes', price: 129.90, quantity: 1 }]
}
});- 1 Lege im Web-Container Data Layer Variables für die Felder an, zum Beispiel
user_data.email,user_data.phone_numberunduser_data.address.postal_code. - 2 Lege eine Variable vom Typ User-Provided Data an, wähle die manuelle Konfiguration und ordne jedes Feld (E-Mail, Telefon, Vorname, Nachname, Postleitzahl, Land) der passenden Data Layer Variable zu.
- 3 Füge im Google-Tag einen Konfigurationsparameter
user_datamit der User-Provided-Data-Variable als Wert hinzu. Willst du die Daten nur beim Kauf senden, ergänzeuser_datastattdessen als Event-Parameter im GA4-Event-Tag. - 4 Öffne in Google Ads Goals, dann Settings, klappe Enhanced conversions for web auf, schalte die Funktion ein, wähle Google Tag Manager als Methode und akzeptiere die Bedingungen für Kundendaten.
Die Daten reisen jetzt mit dem GA4-Hit zu sgtm.example.com, und das Tag Google Ads Conversion Tracking im Server-Container sendet sie mit der Conversion weiter. Im Server-Tag musst du dafür nichts zusätzlich einstellen.
05 Die Einwilligung entscheidet, was Google Ads erhält
Der GA4-Hit bringt den Consent-Status des Besuchers zum Server-Container, und die Google-Ads-Tags dort berücksichtigen ihn. Für eine vollständige Conversion mit Klick-Cookies und Kundendaten müssen ad_storage und ad_user_data erteilt sein, wie in Lektion 6 eingerichtet.
-
ad_storageverweigert: Es werden keine Google-Ads-Cookies gelesen oder geschrieben, die Conversion lässt sich darüber also nicht mit dem Klick verknüpfen. -
ad_user_dataverweigert: User-Provided Data wird nicht für Werbung genutzt, Enhanced Conversions hat also nichts zum Abgleichen. -
ad_personalizationverweigert: Der Besucher landet nicht in Remarketing-Zielgruppen.
06 Conversion prüfen
Öffne die Preview in beiden Containern. Ruf die Website mit einem Testparameter wie ?gclid=test123 auf, akzeptiere alle Einwilligungen und gib eine Testbestellung auf.
- Web-Preview: Der Conversion Linker feuert beim Laden der Seite, und das Cookie
_gcl_awexistiert auf deiner Domain. - Server-Preview: Beim Event
purchasestehen sowohl der Conversion Linker als auchGoogle Ads - purchaseunter Tags Fired. - Server-Preview: Die Outgoing HTTP Requests zeigen eine Anfrage des Google-Ads-Tags an eine Google-Ads-Domain wie
googleadservices.commit erfolgreichem Status. - Server-Preview: Die Event-Daten enthalten
user_data, undvalue,currencyundtransaction_idsind gesetzt. - Google Ads: Nach ein paar Tagen zeigen die Conversion-Aktion und ihre Diagnose für Enhanced Conversions erfasste Conversions und abgeglichene Kundendaten.
Häufige Fragen
Brauche ich das Google-Ads-Conversion-Tag im Web-Container noch?
Nein. Das serverseitige Tag sendet die Conversion aus dem GA4-Kauf-Event. Mit beiden würde jede Bestellung doppelt zählen, außer beide senden dieselbe transaction_id. Behalte im Web-Container nur den Conversion Linker.
Soll ich die E-Mail selbst hashen, bevor ich sie pushe?
Nicht mit der manuellen User-Provided-Data-Variable: Google-Tags normalisieren und hashen die Werte für dich. Willst du lieber bereits gehashte Werte pushen, müssen sie genau so normalisiert und mit SHA-256 gehasht sein, wie Google es in der Dokumentation zu Enhanced Conversions beschreibt.
Warum erscheint nach einer Testbestellung keine Conversion in Google Ads?
Eine Testbestellung ohne echten Anzeigenklick wird oft keiner Kampagne zugeordnet. Prüfe zuerst die Server-Preview: Hat die Google-Ads-Anfrage den Server mit Erfolgsstatus verlassen und war die Einwilligung erteilt, schau am nächsten Tag noch einmal nach.
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